Alumni der sdw

Weit mehr als 10.000 Talente haben unsere Programme bereits erfolgreich durchlaufen. Viele von ihnen bleiben der sdw auch nach der Förderung eng verbunden – um etwas von dem, was sie erhalten haben, an andere weitergeben zu können.

Der sdw Alumni e. V. zählt mittlerweile über 2.300 Mitglieder und feierte 2019 sein 20. Jubiläum! Der ASk e. V., in dem sich ehemalige Studienkompass-Teilnehmende organisieren, wächst ebenfalls kontinuierlich, aktuell auf fast 300 Mitglieder. Jährlich finden zahlreiche Workshops, Netzwerktreffen und gemeinsame Aktionen der Alumni statt – innerhalb der Vereine und darüber hinaus.

Alumni-Treffen des Hans Weisser Stipendiums

Über 20 Alumni des Hans Weisser Stipendiums kamen beim Gründer- und Unternehmerforum des sdw Alumni e. V. zusammen und konnten sich dort mit dem Stifter Hans Weisser (Bildmitte - mit der Geschäftsführerin, der Hans Weisser Stiftung Birgit Schäfter) persönlich austauschen.

Das Hans Weisser Stipendium ermöglicht Berufstätigen sowie Gründer*innen die Durchführung einer Weiterqualifizierung im Ausland.

Studienkollegs-Alumni-Netzwerktreffen

Als Zukunftswerkstatt konzipiert, soll das BundesLehramtsAlumniTreffen (BLAT) den Teilnehmenden Impulse für die Bildung der Zukunft geben. Gleichzeitig dient das BLAT der weiteren Vernetzung.

So trafen sich auch 2019 wieder zahlreiche Ehemalige des Studienkollegs und setzten sich über drei Tage lang auf theoretischer und praktischer Ebene intensiv mit dem Thema Kommunikation in der Schule auseinander.

Lene hat gezeigt, was sie kann

Unser Programm Zeig, was Du kannst! richtet sich an Schüler*innen des Hauptschulzweigs mit erschwerten Startbedingungen. Praxisorientierte Workshops in Unternehmen (Future Camps) und individuelles Coaching bereiten die Jugendlichen auf den Einstieg ins Berufsleben vor. Eine von ihnen ist die 18-jährige Lene aus Schwerin, die von 2016 bis 2019 durch Zeig, was Du kannst! gefördert wurde. Gemeinsam mit Lene, ihrer ehemaligen Coachin Dr. Margit Quilitz und ihrer Ausbildungsleiterin Anja Lux blicken wir im Interview auf diese aufregende Zeit zurück.

Lene, wie bist du auf Zeig, was Du kannst! aufmerksam geworden?

Lene: Zu Zeig, was Du kannst! bin ich durch meine Schule gekommen. Ich wurde von meiner Schulsozialarbeiterin gefragt, ob ich Interesse habe, daran teilzunehmen, um mich mit Hilfe des Programms in der Schule zu verbessern und eine Ausbildung zu finden.

Wie konnte dich Zeig, was Du kannst! bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützen?

Lene: Bei den Future Camps, die zweimal im Jahr stattfanden, haben wir immer verschiedene Sachen gemacht – zum Beispiel viele Betriebe kennengelernt und Hilfestellungen für Bewerbungsanschreiben und -gespräche bekommen. Das hat mir sehr geholfen.

Gegen alle Widerstände

Nichtakademikerkind Robin Fischer überwand auf dem Weg an die Uni viele Hürden. Wenn alles gut läuft, macht der 23-Jährige bald seinen Master in Cambridge. Unterstützt hat ihn dabei unser Programm Studienkompass. Das ZDF-Magazin Frontal 21 hat ihn 2019 über einen längeren Zeitraum begleitet und auch unserem Jubiläumsmagazin stand er Rede und Antwort.

Interview: Marc Winkelmann

Robin Fischer, Sie studieren in Braunschweig Mathematik und Philosophie. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn bis zur zehnten Klasse waren Sie auf einer Realschule. Wurden Sie dort auf die Uni vorbereitet?

Robin: Nein. Überhaupt gab es außer einem Ankreuztest der Agentur für Arbeit, der einem fünf angeblich passende Berufe aufzeigen sollte, fast keine berufliche Orientierung. Ich bin dem Test zufolge übrigens vor allem als Holzfäller geeignet (lacht).

Wussten Sie, was Sie stattdessen werden wollten?

Robin: Ich habe mir damals über das, was nach der Schule kommt, kaum Gedanken gemacht. Ich war faul, habe den Unterricht geschwänzt und bin fast sitzengeblieben.

Hatten Ihre Eltern einen Wunsch für Sie?

Es wurde nie ausgesprochen, war aber klar, dass ich in dem Stahlunternehmen meines Großvaters, in dem auch mein Vater gearbeitet hat, eine Ausbildung machen wollte. Leider erkrankte mein Großvater 2008 sehr schwer, wodurch unsere Familie die Firma verlor. Das hat dazu geführt, dass ich mir in der Schule mehr Mühe gab.

„Ohne die sdw hätte ich das niemals geschafft“

Im Frühjahr 2009 flüchtete Kheder Khalaf aus dem Irak nach Deutschland, in ein Land, dessen Kultur und Sprache ihm fremd waren. Er besuchte Sprachkurse, holte sein Abitur nach. Im Sommer 2017 schloss er sein Bachelorstudium erfolgreich ab und kurz darauf erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft. Die ersten Jahre in der neuen Umgebung waren eine aufregende, aber auch sehr anstrengende Zeit, bei der ihn die Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) ein Stück weit begleiten konnte. Kheder war Teilnehmer des sdw-Programms „Unternehmen:Jugend“, das in Bielefeld von der ehemaligen Lehrerin Ursula Reinartz betreut wurde. Sie unterstützte Kheder in vielen Situationen und konnte seine Zukunft maßgeblich beeinflussen.

Ehrenamtliches Engagement in der sdw

Rund 1.000 Ehrenamtliche unterstützen die Gemeinschaftsinitiative sdw – ohne sie wären viele Aspekte der Förderung so nicht möglich. Wir sind jeder und jedem einzelnen von ihnen unglaublich dankbar und stellen – stellvertretend für alle anderen – an dieser Stelle drei Beispiele für ehrenamtliches Engagement in der sdw vor.

Rundes Jubiläum als Vertrauensdozent

20 von 25 sdw-Jahren mit an Bord: Dieses beeindruckende persönliche Jubiläum feiert Prof. Dr. jur. Axel Benning, Vertrauensdozent des Studienförderwerks in Bielefeld-Paderborn. Als Axel Benning, der an der Fachhochschule Bielefeld im Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit Wirtschaftsrecht lehrt, dieses Ehrenamt 1999 antrat, war noch Klaus Murmann Vorstandsvorsitzender der sdw und Gerhard Schröder gerade mal seit einem Jahr Bundeskanzler.

Axel Bennings Engagement ist aber nicht nur in zeitlicher Hinsicht außergewöhnlich. Für die Stipendiat*innen ist er ein überaus geschätzter und angenehmer Ansprechpartner, der für ihre Belange immer ein offenes Ohr hat: „Für uns ist Herr Benning vor allem unser VERTRAUENsdozent. Man merkt, dass die sdw eine Herzensangelegenheit für ihn ist. Wir bedanken uns sehr herzlich bei ihm für alles“, charakterisiert ihn die Regionalgruppe Bielefeld-Paderborn.

Damit aber nicht genug: Professor Benning bringt sich in den Vertrauenspersonen-Treffen des Studienförderwerks konstruktiv ein – und hat aufgrund seiner ausgeprägten musikalischen Ader noch ein ganz besonderes Betätigungsfeld: Er ist aktives Mitglied des Musikernetzwerks der sdw, das – bestehend aus Stipendiat*innen, Alumni und Mitarbeiter*innen der sdw – bei vielen Stiftungsanlässen für den angemessenen, mal feierlichen, mal sehr schwungvoll klingenden Rahmen sorgt.

Bei der sdw weiß man Axel Bennings Einsatz natürlich überaus zu schätzen. Generalsekretär Dr. Arndt Schnöring erinnert sich daran, dass die offizielle Begrüßung Axel Bennings 1999 als Vertrauensdozent in Bielefeld zu seinen ersten Amtshandlungen in der Stiftung gehörte: „Axel Benning unterstützt uns voller Begeisterung, Tatkraft und mit höchstem Engagement. Unseren Stipendiatinnen und Stipendiaten steht er seit zwei Jahrzehnten mit Rat und Tat, mit viel Einfühlungsvermögen und Expertise zur Seite. Dafür sind wir ihm zu großem Dank verpflichtet!“

Ein starkes Mentorinnen-Trio

Didaktik-Workshops, Gruppentreffen oder Hochschulbesuche – das machen Patricia, Ricarda und Sarah als Mentorinnen bei Lehramt MINToring. In dem Projekt der Vector Stiftung und der sdw begleiten sie drei Jahre lang 15 Jugendliche aus Karlsruhe bei der Vorbereitung für ein naturwissenschaftliches Lehramtsstudium.

„Ein solches Programm sowie die Tipps und die Erfahrungen von Mentorinnen hätte ich mir in meiner Abizeit gewünscht“, meint die Physik-Studentin Ricarda. Sie sind ein eingespieltes Team und profitieren voneinander, wie Mentorin Patricia berichtet: „Wir drei sind solch unterschiedliche Lebenswege gegangen. Der Erfahrungsaustausch ist jedes Mal aufs Neue spannend. Alles in allem macht es einfach sehr viel Spaß.“

Bestärken und Rat geben

Sie begleiten Jugendliche auf ihrem Bildungsweg, organisieren Regionaltreffen und haben stets ein offenes Ohr für die Geförderten: Die ehrenamtlichen Vertrauenspersonen in unserem Studienkompass bilden einen zentralen Baustein im Förderprogramm.

Einige von ihnen engagieren sich schon seit mehreren Jahren, während andere bereits als Teilnehmende den Studienkompass durchlaufen haben und mit ihrem Engagement etwas zurückgeben möchten. Wir bedanken uns herzlich für die Zeit und die Leidenschaft, die unsere Vertrauenspersonen in den Studienkompass stecken!